SARGSTEDTER SIEDLUNG - DAS SIND WIR!

Neustart für einen Dino

Feststimmung in der Sargstedter Siedlung Halberstadts. Die Sanierung der Diesterweg-Grundschule ist beendet. Ab heute ziehen offiziell die Schule, die Kindertagesstätte „Kleine Siedler“ und der Hort ein.

Von Jörg Endries 20.07.2021, 07:00

 

Die sanierte Diesterwegschule in der Sargstedter Siedlung Halberstadts wird heute feierlich übergeben.

 

 

 Foto: Ulrich Schrader

Halberstadt - Die aufwendig sanierte Diesterweg-Grundschule in Halberstadt wird am heutigen Mittwoch offiziell übergeben - ein Tag, auf den die Bewohner der Sargstedter Siedlung der Kreisstadt lange Zeit gewartet haben. Vor fast drei Jahren, am 27. September 2018, erfolgte die Grundsteinlegung für das wohl teuerste Investitionsvorhaben der Stadt der jüngeren Vergangenheit.

Es ist der letzte Tag des alten Schuljahres und der erste, an dem sich der riesige Komplex mit seinen etwa 15 000 Quadratmetern Außengelände und 3655 Quadratmetern Nutzfläche wieder mit Leben füllt. Neu ist, dass künftig nicht nur 132 Schüler der Klassen eins bis vier hinter den Mauern des auf Zukunft getrimmten Schul-Dinos unterrichtet werden. Zeitgleich ziehen mit dem heutigen Tag 104 Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Kleine Siedler“ (ehemals „Bummi“) sowie der Hort mit 105 Betreuungsplätzen in das fast 70 Jahre alte unter Denkmalschutz stehende Gebäude ein.

53 Kilometer neue Leitungen verlegt

Insgesamt 8,36 Millionen Euro flossen in das umfangreiche Sanierungsvorhaben. 7,29 Millionen Euro für den Schulkomplex, 851 300 Euro für die Außenanlagen und 211 000 Euro für die Ausstattung des Hauses. Damit sprengte die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts aus den unterschiedlichsten Gründen den einst geplanten Kostenrahmen von 5,53 Millionen Euro um weitere fast drei Millionen Euro. Dies geschah unter anderem, weil während der Bauarbeiten Gebrechen des alten Gebäudes zu Tage traten, mit denen niemand gerechnet hatte. Aber auch steigende Baukosten, auf die die Stadt keinen Einfluss hatte, trugen dazu bei.

Auf den Kosten blieb die Stadt jedoch nicht allein sitzen. Das Bauvorhaben wurde vom Bund und vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt. Für das Gebäude gab es 3,11 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Stark V (davon 2,8 Millionen vom Bund, 311 608 Euro vom Land). Außerdem gab es finanzielle Unterstützung des Landes aus dem Programm „Investitionsprogramm Soziale Integration im Quartier“ für die Gestaltung der Außenanlagen in Höhe von 851 300 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 85 130 Euro.

Doch was steht hinter der Millionen-Investition? Im komplett barrierefreien Gebäude sind nach Information der Stadtverwaltung unter anderem etwa 40 Kilometer Installationsleitungen jeglicher Art und etwa sieben Kilometer Datenleitungen verlegt worden. Für die Fußbodenheizung in der Kita und in der Sporthalle wurden etwa 6,4 Kilometer Heizungsrohrleitungen verlegt. Die Maler strichen etwa 6500 Quadratmeter Wandflächen und etwa 2500 Quadratmeter Deckenflächen mit Farbe. Gewerkeübergreifend sind etwa fünf Kilometer Silikon beziehungsweise Acrylfugen gezogen worden. Die farbliche Gestaltung der Wandflächen im Flurbereich (Bewegungsraum) des denkmalgeschützten Bauteiles vier (Schule) seien nach einer Befundsondierung durch einen Restaurator erfolgt und entspricht dem ursprünglichen Original.

„Alle Arbeiten an diesem Bauteil wurden in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Harz ausgeführt. Dazu zählt auch der Einbau eines aufgearbeiteten Parkettfußbodens inklusive Podest in einem Klassenzimmer und der Erhalt der historischen Fenster auf der Ostseite“, heißt es aus dem Rathaus. Das Schulgebäude erhielt eine neue Heizungsanlage inklusive Dämmung der gesamten Kellerdecke, 4000 Quadratmeter Dach wurden neu eingedeckt, die Decke des Erdgeschosses bekam eine Dämmung. Die Turnhalle wurde mit einem neuen Sportboden inklusive Fußbodenheizung und Prallschutzwänden ausgestattet. Des Weiteren erfolgte die Neuanlage der Außen- und der erforderlichen Sportanlagen, so die Verwaltung.

Erst buntes Programm, dann Übergabe

Ab 9.30 Uhr startet laut Stadtverwaltung heute auf dem Pausenhof der Diesterweg-Grundschule das Programm zur feierlichen Wiederöffnung. Die Kinder der Kita „Kleine Siedler“ führen ein Programm für die Viertklässler der Diesterweg-Grundschule auf. Anschließend durchschneiden die Kinder, gemeinsam mit Schulleiterin Annett Biewendt, Kita-Leiterin Sylvia Wappenhans und Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU), das symbolische Band. Zwischen 11 und 17 Uhr finden in regelmäßigen Abständen Führungen durch das Gebäude statt. Hier können sich Interessierte in kleinen Gruppen durch die sanierten Räume geleiten lassen.

Coronabedingt bietet die Stadt Halberstadt vor Ort für interessierte Besucher eine mobile Teststation mit kostenlosen Schnelltests an. Der Zutritt zur Schule ist nur für getestete, genesene oder vollständig geimpfte Personen möglich, so die Stadt. Ein entsprechender Nachweis muss am Eingang bereitgehalten werden.

Erster Schulneubau nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Diesterweg-Grundschule wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Trümmern des zerstörten Stadtzentrums errichtet und war der erste Neubau eines Schulgebäudes in Deutschland. Der erste Spatenstich erfolgte am 17. April 1948. Einzug in den ersten Flügel war am 1. Juni 1949, die Fertigstellung aller Gebäudeteile im Jahr 1955. Nach Schließungsabsichten auf Grund des schlechten Bauzustandes initiierten schließlich die Bewohner der Sargstedter Siedlung den ersten Bürgerentscheid in der Geschichte Halberstadts, der am 18. September 2016 stattfand. Die Mehrheit der wahlberechtigten Halberstädter votierte für eine Sanierung der Diesterweg-Grundschule.

 

 

 

 

 

 

 

 

Link Artikel Volksstimme vom 27.09.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://www.volksstimme.de/lokal/halberstadt/buergerentscheid-peter-koepke-ein-stueck-gelebte-demokratie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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